Warum das funktioniert

Uni Compass fragt dich ab und bringt Themen mit Abstand zurück, statt dir Texte zum Durchlesen hinzulegen. Das ist keine Geschmacksfrage und auch nicht unsere Erfindung: Dass Abfragen besser wirkt als Lesen, wird seit 1909 erforscht — und zuletzt 2021 an 48.478 Studierenden bestätigt. Auf dieser Seite steht, was gemessen wurde — mit Zahlen, mit Quellen, und mit dem Befund, der zuerst gegen uns spricht.

  • Zehn Wege, zwei GewinnerQuelle: Dunlosky et al. 2013

    Fast alles, was Studierende tun, wirkt kaum.

    Eine Auswertung der gängigen Lerntechniken nahm zehn Methoden auseinander — vom Markieren über das Zusammenfassen bis zum wiederholten Lesen. Genau zwei bekamen die Bestnote: sich selbst abfragen und über Wochen verteilt wiederholen. Wiederholtes Lesen und Markieren, also das, was die meisten tun, landeten unten.

  • 61 % gegen 40 %Quelle: Roediger & Karpicke 2006

    Wer sich abfragt, weiß eine Woche später mehr.

    In einem Experiment lasen Studierende einen Text. Eine Gruppe las ihn danach noch einmal, die andere wurde stattdessen abgefragt. Nach einer Woche erinnerte die abgefragte Gruppe 61 % des Stoffes, die lesende 40 %. Beide hatten gleich lang gearbeitet.

  • 222 Studien, 48.478 StudierendeQuelle: Yang et al. 2021

    Und zwar nicht nur im Labor.

    Der naheliegende Einwand gegen ältere Experimente: Im Labor lernt man Wortlisten, in der Prüfung echten Stoff. Eine Auswertung von 2021 hat deshalb nur Untersuchungen aus echten Lehrveranstaltungen zusammengefasst — 222 Studien mit 48.478 Studierenden. Ergebnis: Abgefragt zu werden hilft auch dort, mit einem mittleren Effekt. Am meisten bringt es, wenn nach der Antwort eine Begründung kommt.

  • Abstand schlägt BlockQuelle: Latimier et al. 2021

    Dasselbe Üben, verteilt, wirkt deutlich stärker.

    Abfragen ist nur die halbe Miete — es kommt darauf an, wann. Eine Auswertung von 2021 verglich dieselbe Menge Übung am Stück gegen über Tage verteilt. Die verteilte Gruppe behielt deutlich mehr; der Unterschied war größer als der zwischen Abfragen und Lesen. Genau deshalb schiebt dich dieses System über Wochen statt über einen Abend.

Roediger & Karpicke 2006

Der Haken, der alles erklärt

In derselben Untersuchung wurde auch fünf Minuten nach dem Lernen geprüft. Da war es umgekehrt: Die Lesenden lagen bei 83 %, die Abgefragten bei 71 %.

Das ist kein Widerspruch, sondern die Erklärung für das ganze Problem. Lesen fühlt sich besser an, weil es kurzfristig auch besser wirkt. Der Text kommt einem bekannt vor, man hat das Gefühl, es zu können — und schreibt die Prüfung zwei Wochen später.

Deshalb ist in Uni Compass eine Regel eingebaut, die zuerst ärgert: Eine Frage steigt erst dann eine Stufe, wenn zwischen zwei richtigen Antworten eine Nacht liegt. Üben kannst du so viel du willst — aber „sitzt“ bekommst du nicht an einem Abend. Genau das ist der Unterschied zwischen sich vorbereitet fühlen und vorbereitet sein.

Was davon im Produkt steckt

  • Abgefragt statt vorgelesen. Jedes Thema läuft über Fragen im echten Prüfungsformat, mit Begründung nach jeder Antwort — nicht über einen Text, den du durchliest.
  • Verteilt statt am Stück. Was danebengeht, kommt von selbst zurück: erst am nächsten Tag, dann nach ein paar Tagen, dann nach einer Woche. Du musst dir nicht merken, was du wann nochmal ansehen wolltest.
  • Der Abstand ist nicht verhandelbar. Die Stufen steigen nur mit einer Nacht dazwischen. Auch im Endspurt.

Was das nicht heißt

Die Zahlen oben stammen aus der Forschung, nicht von uns. Gemessen wurde, wie viel von einem Text nach einer Woche erinnert wurde — nicht Prüfungsnoten, und nicht mit Uni Compass. Wir rechnen dir daraus keine Note und keine Bestehensquote vor.

Wir behaupten auch nicht, Abfragen schlage jede andere Methode. Deutlich überlegen ist es dem, was die meisten tun — wiederholtes Lesen und Markieren. Gegenüber gutem Mitschreiben oder Zusammenfassen ist der Vorsprung in der Forschung klein. Der Unterschied, den wir machen, liegt darin, dass das alles schon fertig dasteht, statt dass du es dir selbst baust.

Die Autoren der Auswertung schreiben selbst, ihre Techniken seien kein Allheilmittel und helfen vor allem denen, die sie auch anwenden. Das gilt hier genauso: Das System legt dir den richtigen Stoff zur richtigen Zeit hin. Hinsetzen musst du dich selbst.

Was wir garantieren — und was nicht

Quellen

  • Dunlosky, J., Rawson, K. A., Marsh, E. J., Nathan, M. J. & Willingham, D. T. (2013). Improving Students’ Learning With Effective Learning Techniques: Promising Directions From Cognitive and Educational Psychology. Psychological Science in the Public Interest, 14(1), 4–58. — die Auswertung der zehn Techniken.
  • Roediger, H. L. & Karpicke, J. D. (2006). Test-Enhanced Learning: Taking Memory Tests Improves Long-Term Retention. Psychological Science, 17(3), 249–255. — 61 % gegen 40 % nach einer Woche, 71 % gegen 83 % nach fünf Minuten.
  • Yang, C., Luo, L., Vadillo, M. A., Yu, R. & Shanks, D. R. (2021). Testing (Quizzing) Boosts Classroom Learning: A Systematic and Meta-Analytic Review. Psychological Bulletin, 147(4), 399–435. — 222 Studien, 48.478 Studierende, mittlerer Effekt (g = 0,499); größer mit Begründung nach der Antwort.
  • Latimier, A., Peyre, H. & Ramus, F. (2021). A Meta-Analytic Review of the Benefit of Spacing out Retrieval Practice Episodes on Retention. Educational Psychology Review, 33, 959–987. — verteiltes gegen geblocktes Abfragen (g = 0,74); kein Unterschied zwischen wachsenden und gleichbleibenden Abständen (g = 0,034).
  • Abbott, E. E. (1909). On the Analysis of the Factors of Recall in the Learning Process. Psychological Monographs, 11(1), 159–177. — der erste experimentelle Hinweis darauf, dass Abrufen das Behalten verbessert.

Am besten probierst du es aus, statt uns zu glauben: Der Einstiegs-Check ist kostenlos und braucht kein Konto.

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