STEOP · Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Übungsfragen für die drei STEOP-Prüfungen an der WU

Von Flavio Baur, Mitgründer von Uni Compass · 30.08.2026

Einen offiziellen Ort, an dem alte STEOP-Klausuren der WU zum Herunterladen stehen, gibt es nicht. Die WU veröffentlicht ihre Prüfungsfragen nicht — Multiple-Choice-Fragen dürfen selbst bei der Prüfungseinsicht nicht vervielfältigt werden. Üben lässt sich trotzdem: mit dem Übungsmaterial der WU im eigenen Kurs und mit Übungsfragen, die eigens dafür geschrieben wurden.

Genau das ist Uni Compass: zurzeit 1 660 Übungsfragen zu den drei STEOP-Prüfungen — selbst geschrieben entlang des öffentlichen Syllabus (der offiziellen Kursbeschreibung der WU), jede vor Veröffentlichung kontrolliert und jede mit einer Erklärung, warum die richtige Antwort stimmt und die anderen nicht. Drei davon stehen hier vollständig: eine je Prüfung, alle aus dem ersten Thema ihres Fachs — dem Teil, der bei Uni Compass ohnehin für jeden frei ist.

VWL & ZuWi: eine Beispielfrage

Die Prüfung heißt „Volkswirtschaftslehre und Zukunftsfähiges Wirtschaften“, kurz VWL & ZuWi. Die Frage stammt aus dem ersten VW-Thema — Angebot und Nachfrage: fünf Antwortmöglichkeiten, mehrere können richtig sein. Die Erklärung nennt das Prüfmerkmal und den Fehler, der bei dieser Frageart am häufigsten passiert.

Kreuzen Sie die korrekte(n) Aussage(n) dazu an, welche Ereignisse die Angebots- oder Nachfragekurve verschieben (statt nur eine Bewegung entlang der Kurve auszulösen).

  1. Eine Missernte reduziert das Angebot an Weizen.
  2. Ein Gesundheitstrend erhöht die Nachfrage nach Hafermilch.
  3. Ein gesunkener Marktpreis für Solarmodule erhöht die abgesetzte Menge an Solarmodulen.
  4. Ein gestiegener Ticketpreis senkt die Zahl der gebuchten Flugreisen (normales Gut).
  5. Ein höherer Marktpreis für Lieferdienste erhöht die angebotene Menge an Lieferdiensten.
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Richtig sind A und B.

Die Erklärung

Verschoben wird eine Kurve nur durch eine Größe, die nicht der Preis des betrachteten Guts ist: Eine Missernte ändert die Produktionsbedingungen (A), ein Trend die Präferenzen (B). Prüfmerkmal: Steht im Satz der Preis genau jenes Guts, um dessen Kurve es geht, handelt es sich um eine Bewegung entlang der Kurve.

Warum die anderen nicht stimmen

C, D, E: In allen drei Fällen ändert sich der Preis des betrachteten Guts selbst — die Menge wandert entlang der bestehenden Kurve, die Kurve bleibt liegen. Der typische Fehler ist, jede Mengenänderung als „mehr Nachfrage" bzw. „mehr Angebot" zu lesen.

Punkte, Bewertung, Termine und Durchfallquote dieser Prüfung — mit Quelle je Angabe: Volkswirtschaftslehre und Zukunftsfähiges Wirtschaften“ erklärt.

BW & DÖ: eine Beispielfrage

Die Prüfung heißt „Betriebswirtschaft und digitale Ökonomie“, kurz BW & DÖ. Hier ein kleiner Rechenfall zum ökonomischen Prinzip — typisch für die Anwendungsfragen dieser Prüfung: Genau eine Aussage ist richtig, und die Erklärung zeigt, woran man das erkennt.

Die Fahrschule Kranzbichl prüft drei Zuschnitte für einen neuen Intensivkurs. Weder ein Budget noch eine Zahl von Kursplätzen ist vorgegeben; die Fahrschule kann jeden der drei Zuschnitte finanzieren und in jedem Fall alle Plätze besetzen. Die Kursplätze sind untereinander gleichwertig, weitere Unterschiede bestehen nicht. Entschieden wird nach dem ökonomischen Prinzip in seiner allgemeinen Fassung: Maßgeblich ist das günstigste Verhältnis von Mitteleinsatz und Ergebnis (Extremumprinzip).

Zuschnitt A: 12.000 € Mitteleinsatz, 40 Kursplätze. Zuschnitt B: 21.000 € Mitteleinsatz, 60 Kursplätze. Zuschnitt C: 14.000 € Mitteleinsatz, 50 Kursplätze.

Welche der folgenden Aussagen zur Auswahl ist (sind) richtig?

  1. Zuschnitt C ist zu wählen, weil dort auf einen Kursplatz mit 280 € der geringste Mitteleinsatz entfällt.
  2. Zuschnitt A ist zu wählen, weil er mit 12.000 € den geringsten Mitteleinsatz erfordert.
  3. Zuschnitt B ist zu wählen, weil er mit 60 Plätzen den größten Erfolg erbringt; die 350 € je Platz fallen nicht ins Gewicht, solange kein Budget vorgegeben ist.
  4. Ohne Vorgabe für den Mitteleinsatz oder für die Zahl der Plätze lässt sich nach dem ökonomischen Prinzip keiner der drei Zuschnitte begründen.
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Richtig ist A.

Die Erklärung

Welche Ausprägung des Prinzips greift, entscheidet sich daran, was festliegt. Ist der Mitteleinsatz vorgegeben, zählt der größte Erfolg; ist das Ziel vorgegeben, der kleinste Einsatz. Liegt beides frei, taugt weder die kleinste noch die größte Zahl als Begründung — dann wird das Verhältnis der beiden Größen verglichen, hier der Mitteleinsatz je Kursplatz. Genau deshalb muss dieser Wert für jeden Zuschnitt erst gebildet werden: 300, 350 und 280 € je Platz. Der niedrigste Gesamtbetrag und die höchste Platzzahl können dabei auf verschiedene Zuschnitte fallen.

Warum die anderen nicht stimmen

B: Der kleinste Einsatz entscheidet nur bei vorgegebenem Ziel; je Platz sind es hier 300 €. C: Die größte Zahl an Plätzen entscheidet nur bei vorgegebenem Einsatz; 350 € je Platz ist der schlechteste der drei Werte. D: Für genau diesen Fall — beides frei — ist das Verhältnis von Einsatz und Ergebnis der Maßstab.

Punkte, Bewertung, Termine und Durchfallquote dieser Prüfung — mit Quelle je Angabe: Betriebswirtschaft und digitale Ökonomie“ erklärt.

Wirtschaftsrecht: eine Beispielfrage

Die Prüfung „Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht“ (oft „EÖR I“ genannt) ist fallbasiert: An einem Sachverhalt hängen mehrere Fragen. Hier ein Fall mit einer seiner Fragen — wer den Sachverhalt nur überfliegt, beantwortet alle daran hängenden Fragen auf falscher Grundlage.

Fall: Tauchschule gegen Bescheid und Gesetz

Doris Halbritter betreibt seit Jahren eine Tauchschule an einem Badesee. Gestützt auf ein Bundesgesetz untersagt ihr die Bezirksverwaltungsbehörde mit Bescheid, Tauchkurse an mehr als zwei Tagen pro Woche anzubieten.

Frau Halbritter hält die zugrunde liegende Bestimmung des Bundesgesetzes für verfassungswidrig. Sie bekämpft den Bescheid fristgerecht bei der dafür zuständigen Stelle; diese entscheidet gegen sie und lässt die ordentliche Revision nicht zu.

Ihre Rechtsvertretung erwägt nun zwei Wege: eine Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof und eine Revision an den Verwaltungsgerichtshof. Zusätzlich überlegt Frau Halbritter, die aus ihrer Sicht verfassungswidrige Bestimmung mit einem Individualantrag direkt beim Verfassungsgerichtshof anzufechten, um das Verfahren abzukürzen.

Zum Rechtsweg gegen den Bescheid der Bezirksverwaltungsbehörde: Welche der folgenden Aussagen ist/sind richtig? Markieren Sie Zutreffendes!

  1. Gegen den Bescheid steht die Beschwerde an das Verwaltungsgericht offen.
  2. Die Verwaltungsgerichte erkennen über Beschwerden gegen Bescheide wegen Rechtswidrigkeit.
  3. Weil der Bescheid ein Bundesgesetz vollzieht, ist die Beschwerde nach Art 131 B-VG an das Bundesverwaltungsgericht zu richten.
  4. Das Landesverwaltungsgericht erledigt die Beschwerde mit Erkenntnis.
  5. Gegen den Bescheid kann unmittelbar Beschwerde an den Verfassungsgerichtshof erhoben werden.
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Richtig sind A, B und D.

Die Erklärung

Der Rechtsschutz gegen Bescheide läuft über die Verwaltungsgerichtsbarkeit: Nach Art 130 Abs 1 Z 1 B-VG erkennen die Verwaltungsgerichte über Beschwerden gegen den Bescheid einer Verwaltungsbehörde wegen Rechtswidrigkeit. Zuständig ist nach Art 131 Abs 1 B-VG das Verwaltungsgericht des Landes, weil die Bezirksverwaltungsbehörde eine Landesbehörde ist — auf das vollzogene Bundesgesetz kommt es dabei nicht an. Für jedes Land besteht ein solches Landesverwaltungsgericht (Art 129 B-VG); es entscheidet mit Erkenntnis.

Warum die anderen nicht stimmen

C: Das Verwaltungsgericht des Bundes entscheidet nach Art 131 Abs 2 B-VG dort, wo Bundesbehörden unmittelbar vollziehen — hier vollzieht eine Landesbehörde. · E: Der Verfassungsgerichtshof erkennt nach Art 144 Abs 1 B-VG über Beschwerden gegen das Erkenntnis eines Verwaltungsgerichtes, nicht gegen den Bescheid der Behörde.

Punkte, Bewertung, Termine und Durchfallquote dieser Prüfung — mit Quelle je Angabe: Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht“ erklärt.

Wo du sonst Übungsmaterial findest

  • Im WU-Kurs selbst. Der Syllabus jeder der drei Lehrveranstaltungen nennt eigenes Übungsmaterial: bei VWL & ZuWi Übungsaufgaben in den Foliensätzen, bei BW & DÖ online bereitgestellte Übungsaufgaben, beim Wirtschaftsrecht ausdrücklich Musterklausuren. Zugang hast du mit der LV-Anmeldung über Canvas.
  • Bei der ÖH WU. Die Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft bietet vor den Prüfungswochen Vorbereitungskurse zu den STEOP-Fächern an.
  • Auf Plattformen wie Studocu oder Quizlet. Dort liegen von Studierenden hochgeladene Zusammenfassungen und Karteikarten — viel Material, aber niemand prüft es, und ein Teil stammt aus älteren Studienplänen.
  • Bei uns. 1 660 Übungsfragen — VWL & ZuWi 527, BW & DÖ 677, Wirtschaftsrecht 456 — im Format der jeweiligen Prüfung, jede mit Erklärung. Falsch Beantwortetes kommt automatisch in wachsenden Abständen wieder.

Warum hier keine Altfragen stehen

Die WU behandelt ihre Prüfungsfragen als geschützt: Sie gibt sie nicht heraus, und auch bei der Prüfungseinsicht dürfen sie nicht vervielfältigt werden. Was privat als „Altklausur“ kursiert, ist deshalb urheberrechtlich heikel — und ohne Gewähr: Niemand prüft, ob Fragen und Antwortschlüssel stimmen oder noch zum aktuellen Stoff gehören.

Wir gehen den anderen Weg: eigene Fragen entlang des öffentlichen Syllabus, im Format der Prüfung. Zwei Dinge kann das kursierende PDF ohnehin nicht liefern — wie die Prüfung heute fragt, und ob du bestehen würdest. Beides lässt sich ohne fremde Klausuren klären: Das Format steht mit Quelle je Angabe auf den Erklärseiten, und üben kannst du an Fragen, die dafür geschrieben wurden — samt einer Erklärung zu jeder Antwort, die ein kopiertes PDF nicht mitbringt.

Häufige Fragen

Wo bekommt man Altklausuren für die STEOP an der WU?

Offiziell nirgends: Die WU veröffentlicht keine alten Prüfungen, und Multiple-Choice-Fragen dürfen selbst bei der Prüfungseinsicht nicht vervielfältigt werden. Im eigenen Kurs stellt die WU stattdessen Übungsmaterial bereit — beim Wirtschaftsrecht laut Syllabus ausdrücklich Musterklausuren. Was privat als Altklausur kursiert, ist ungeprüft und urheberrechtlich heikel.

Was ist der Unterschied zwischen Altklausur und Musterklausur?

Eine Altklausur ist die echte Angabe einer früheren Prüfung; die veröffentlicht die WU nicht. Eine Musterklausur wird von der Lehrveranstaltung selbst zum Üben bereitgestellt — beim Wirtschaftsrecht laut Syllabus auf Basis adaptierter früherer Prüfungen. Zum Üben ist die Musterklausur der offizielle Ersatz für die Altklausur.

Wie viele Fragen haben die drei STEOP-Prüfungen?

VWL & ZuWi: 25 Fragen in 90 Minuten — das steht wörtlich im Syllabus. Für BW & DÖ und Wirtschaftsrecht (je 60 Minuten) nennt der öffentliche Syllabus keine Fragenzahl; wir haben sie selbst ausgezählt: BW & DÖ 20 Fragen (3 vollständige Musterklausuren, 60 Fragen ausgezählt), Wirtschaftsrecht 24 Fragen, verteilt auf 7 bis 8 Sachverhalte (5 Musterklausuren, 120 Fragen ausgezählt). Alle weiteren Formatangaben stehen mit Quelle je Zahl auf unseren Erklärseiten.

Die drei STEOP-Prüfungen erklärt

Wann finden die STEOP-Prüfungen statt?

Dreimal je Semester, in den Prüfungswochen. Im WS 2026/27: Semesterbeginn 6.–8. Oktober 2026, Semestermitte 24.–26. November 2026, Semesterende 26.–28. Jänner 2027 — je drei Tage hintereinander, zuerst Wirtschaftsrecht, dann VWL & ZuWi, dann BW & DÖ. Gegen den Prüfungsplan der WU geprüft am 13.08.2026; Änderungen bis Semesterbeginn sind laut Plan möglich, und die Anmeldung läuft gesondert über LPIS (das Prüfungsanmeldesystem der WU).

Alle Termine samt Anmeldefristen

Was kann ich kostenlos üben — und was kostet der Rest?

Kostenlos: der Einstiegs-Check (zwölf Fragen mit Auswertung, ohne Konto) und danach in jedem Fach das erste Thema vollständig, samt aller Erklärungen — die drei Beispielfragen auf dieser Seite stammen genau daraus. Uni Compass läuft im Browser, es gibt nichts zu installieren. Was der volle Zugang kostet, steht auf der Startseite im Abschnitt Preise.

Zu den Preisen

Sind die Übungsfragen von Uni Compass aus echten WU-Klausuren?

Nein. Alle Fragen sind selbst geschrieben, entlang des öffentlichen Syllabus — wir übernehmen nichts aus Kursmaterialien oder fremden Klausuren. Das Prüfungsformat haben wir an Musterklausuren ausgezählt; die Stichprobe steht je Fach auf der Erklärseite. Kontrolliert heißt: automatische Prüfungen auf Format- und Regelverstöße plus eine zweite inhaltliche Durchsicht, bevor eine Frage live geht — eine Fehlergarantie ist das nicht, deshalb ist jede Frage direkt meldbar und jede Korrektur öffentlich.

Zum Korrektur-Log

Ob dir das hilft, siehst du am schnellsten, wenn du es ausprobierst — der Einstiegs-Check zeigt dir in zwölf Fragen, wo du stehst.

Sieh, wo du stehst

12 Fragen, kostenlos, ohne Konto.

Woher diese Angaben stammen

Die drei Beispielfragen oben sind eigene Fragen von Uni Compass — wir veröffentlichen keine Prüfungsfragen der WU und geben keine weiter. Uni Compass ist ein unabhängiges Angebot von Studierenden-Seite und gehört nicht zur WU Wien. Verbindlich ist immer, was die WU selbst bekanntgibt.

Diese Seite hat Flavio Baur geschrieben, Mitgründer von Uni Compass · veröffentlicht am 30.08.2026. Korrekturen an den Übungsfragen stehen offen im Korrektur-Log.

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