Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht

STEOP · 4 ECTS · Bachelor Wirtschafts- und Sozialwissenschaften

Die kürzeste der drei STEOP-Prüfungen — und die mit dem knappsten Zeitbudget je Frage.

Format
Multiple Choice, 5 Antwortmöglichkeiten
Fragen
24, verteilt auf 7 bis 8 Sachverhalte(selbst gezählt)
Dauer
60 Minuten
Punkte
5 je Frage, 120 insgesamt(selbst gezählt)
Bestehen ab
50 %
Hilfsmittel
Der Syllabus nennt keine — plane also ohne. Insbesondere ist das keine Kodexprüfung: Eine Gesetzessammlung gehört nicht dazu
Stand
16.03.2026 (Syllabus)

Ohne Vermerk steht die Angabe so im Syllabus der WU. Woher die übrigen stammen, steht unten bei den Quellen.

Worum es geht

Die Prüfung behandelt öffentliches Wirtschaftsrecht: wie der Staat und die Europäische Union Regeln setzen, welche Grundrechte für wirtschaftliches Handeln gelten, was der Binnenmarkt verlangt, wann man ein Gewerbe antreten darf, wann eine Betriebsanlage genehmigt werden muss und wie man sich gegen einen Bescheid wehrt.

Der Stoff ist begrifflich und normbezogen. Es geht seltener ums Rechnen und öfter darum, auf einen geschilderten Sachverhalt die richtige Bestimmung anzuwenden — und zu erkennen, welche Behörde oder welches Gericht überhaupt zuständig ist.

⚠️ Nicht zu verwechseln mit „Europäisches und öffentliches Wirtschaftsrecht II“ und mit „Wirtschaftsprivatrecht“: Beide stehen im selben Prüfungsplan, sind aber andere Prüfungen.

Wie die Prüfung abläuft

Die Prüfung ist fallbasiert. Es werden nicht 24 unabhängige Fragen gestellt, sondern sieben bis acht Sachverhalte, an denen jeweils drei bis vier Fragen hängen. Wer einen Sachverhalt falsch versteht, verliert nicht eine Frage, sondern drei.

Jede Frage hat fünf Antwortmöglichkeiten, und es können eine bis alle fünf richtig sein. Bewertet wird mit Teilpunkten: Pluspunkte für richtig Angekreuztes, Abzug für falsch Angekreuztes, und unter null rutscht keine Frage. Hat eine Frage nur eine einzige falsche Möglichkeit, wird beim Ankreuzen nur die Hälfte abgezogen.

Die Prüfung findet dreimal pro Semester statt, jeweils in der Prüfungswoche — unabhängig davon, wann die Lehrveranstaltung läuft.

Rechnerisch bleiben dir rund 2,5 Minuten je Frage — das Lesen des Sachverhalts eingerechnet. Diese Zahl nennt die WU nirgends; sie ergibt sich aus Dauer und Fragenzahl.

Der häufigste Fehler

Das Zeitbudget ist das knappste der drei STEOP-Prüfungen, und der Sachverhalt liest sich mit. Wer die Fälle überfliegt, beantwortet drei oder vier Fragen auf einer falschen Grundlage — und merkt es nicht, weil jede einzelne Antwort für sich plausibel aussieht.

Welche Note du bekommst

Notenschlüssel laut Syllabus
Sehr gutab 80 %
Gutab 70 %
Befriedigendab 60 %
Genügendab 50 %

Was drankommt

Der Syllabus der Lehrveranstaltung ist die einzige verbindliche Auskunft darüber, was geprüft wird. Das steht dort:

Die Einheiten laut Syllabus

  • Innerstaatliches Organisationsrecht
  • Organisationsrecht der EU
  • Grundrechte der Wirtschaft
  • Binnenmarktrecht
  • Gewerbeantritt
  • Betriebsanlagenrecht und Baurecht
  • Verwaltungsverfahren und nationaler Rechtsschutz
  • Die Einheiten 8 bis 10 sind laut Syllabus Ergänzungseinheiten mit „Schwerpunktsetzung je nach LV-Leiter“ im Rahmen der Einheiten 1 bis 7 — was dort vertieft wird, hängt also von deiner Lehrveranstaltung ab
  • Als Lernmaterial nennt der Syllabus ausdrücklich Musterklausuren, die auf adaptierten früheren Prüfungen beruhen

Wann geprüft wird

Die WU prüft dreimal je Semester, jeweils in einer Prüfungswoche: am Semesterbeginn, in der Mitte und am Ende. Das gilt unabhängig davon, wann deine Lehrveranstaltung läuft. Für das WS 2026/27 steht der Plan.

  • Semesterbeginn

    • Di, 6. 10.10:00 bis 11:30 Uhr
  • Semestermitte

    • Di, 24. 11.10:00 bis 11:30 Uhr
  • Semesterende

    • Di, 26. 1.08:30 bis 10:00 Uhr

Verlässlich ist das Datum, nicht die Uhrzeit: Die Zeiten oben sind die Fenster aus dem Plan und länger als die Bearbeitungszeit, in derselben Woche gibt es Zusatztermine, und der Plan sagt selbst, dass sich bis zum Semesterbeginn noch etwas ändern kann. Anmelden musst du dich für jede Prüfung gesondert über LPIS — die Anmeldung zur Lehrveranstaltung genügt nicht.

Wie viele durchfallen

Über die letzten drei Studienjahre endeten bei dieser Prüfung 26,4 % der Antritte mit „Nicht genügend“ — gezählt über 10.081 Antritte aus 18 Prüfungsterminen (WS 2023/24 bis SS 2025/26). Das ist keine Schätzung und keine Umfrage: Die WU veröffentlicht die Notenverteilung jeder Großprüfung selbst.

Das klingt hart, und es ist es. Drei Dinge gehören trotzdem dazu, sonst macht die Zahl mehr Angst, als sie verdient.

  • Gezählt werden Antritte, nicht Menschen. Wer beim ersten Mal durchfällt und beim zweiten besteht, steckt einmal in der einen und einmal in der anderen Zahl. Die Quote sagt also, wie schwer ein einzelner Prüfungstermin ist — nicht, wie viele am Ende scheitern. Die zweite Zahl ist deutlich niedriger, und sie steht nirgends veröffentlicht.
  • Du hast vier Antritte. Beim ersten Mal durchzufallen kostet dich einen Vormittag und ein paar Wochen, nicht dein Studium. Was passiert, wenn alle vier verbraucht sind, steht weiter unten — ungeschönt, aber es betrifft eine andere Situation als die, in der du gerade bist.
  • Es schwankt stark, von Termin zu Termin. Bei dieser Prüfung lag der leichteste Termin bei 12 Prozent, der härteste bei 60 Prozent. Im Studienjahr 2024/25 fielen 23,6 Prozent durch, im vergangenen 28,1 Prozent. Eine einzelne Zahl beschreibt diese Prüfung schlecht.

Die Quote liegt zwischen den beiden anderen STEOP-Prüfungen — und sie ist als einzige zuletzt wieder gestiegen: von 23,6 Prozent im Studienjahr 2024/25 auf 28,1 Prozent im vergangenen. Bei drei Terminen pro Semester schwankt das mit dem einzelnen Termin stärker, als ein Jahresmittel vermuten lässt.

Quelle: WU Wien, „Notenverteilung für Bachelor-Planpunkte in der Großprüfung“ (Akademisches Controlling), Datenstand 21.07.2026. Uni Compass ist ein unabhängiges Angebot von Studierenden-Seite und gehört nicht zur WU Wien. Verbindlich ist immer, was die WU selbst bekanntgibt.

Wenn es nicht klappt

Du hast vier Antritte je Prüfung.

Einen Antritt und drei Wiederholungen — so steht es im Universitätsgesetz und in der Satzung der WU. Gezählt wird über alle deine Studien an der WU zusammen: Wer zwei WU-Bachelor betreibt, in denen dieselbe Prüfung vorkommt, hat trotzdem vier Antritte, nicht acht.

Verbraucht ist ein Antritt, sobald du die Angabe bekommst.

Die Prüfungsordnung sagt das wörtlich: „Die Entgegennahme der Prüfungsfragen … stellt einen Antritt dar.“ Leer abzugeben ändert daran nichts.

Nicht hinzugehen kostet keinen Antritt — aber zehn Wochen.

Wer angemeldet ist und nicht erscheint, ohne sich rechtzeitig abzumelden, wird zehn Wochen lang für diese Prüfung gesperrt. Der Antritt bleibt erhalten, die Zeit nicht. Abmelden kannst du dich während der gesamten Anmeldefrist. Gibt es einen wichtigen Grund — Krankheit, Arbeitszeiten, Betreuungspflichten —, kann die Sperre mit Nachweis aufgehoben werden; die WU nimmt Nachweise bis spätestens Montag um 14 Uhr, zwei Wochen vor Beginn der Prüfungswoche, entgegen. ⭐ Das ist die einzige Sache auf dieser Seite, die dich zehn Wochen kostet, wenn du sie vergisst.

Nach dem vierten negativen Antritt erlischt die Zulassung.

Das ist die unangenehme Wahrheit, und sie ist endgültig: Eine neuerliche Zulassung an der WU ist danach für alle Studien ausgeschlossen, in denen dieselbe Prüfung vorgeschrieben ist. ⚠️ Es kursieren ältere Merkblätter, die von einer Sperre „bis zum dritten Semester“ sprechen — die beschreiben eine Rechtslage, die seit der Novelle des Universitätsgesetzes nicht mehr gilt.

Eine Frist, die STEOP abzuschließen, gibt es nicht.

Das Gesetz verbietet sogar ausdrücklich, Fristen für Prüfungswiederholungen zu setzen. Was es gibt, ist die Mindeststudienleistung: 16 ECTS in den ersten vier Semestern — und das ist genau der Umfang der STEOP. Wer sie in dieser Zeit schafft, erfüllt beides auf einmal.

Anmelden musst du dich zweimal.

Die Anmeldung zur Lehrveranstaltung ist nicht die Anmeldung zur Prüfung. Beide laufen über LPIS, aber es sind zwei getrennte Vorgänge — und ohne die zweite darfst du nicht antreten.

Nach der Prüfung darfst du deine Beurteilung ansehen.

Binnen sechs Monaten ab Bekanntgabe, samt der Fragen, die dir gestellt wurden. ⚠️ Kopieren oder abfotografieren darfst du bei Multiple-Choice-Fragen allerdings nicht — das nimmt das Gesetz ausdrücklich aus. Beurteilt wird laut WU-Richtlinie binnen vier Wochen.

Alle Fundstellen dazu stehen unten bei den Quellen. Verbindlich ist immer, was die WU selbst bekanntgibt — im Zweifel bei der Prüfungsorganisation nachfragen, nicht bei uns.

Wie man sich vorbereitet

Der Syllabus nennt Musterklausuren ausdrücklich als Lernmaterial — sie sind der Weg, auf dem die meisten das Format kennenlernen. Genau das steht auf dieser Seite ohnehin schon: Du musst es dir nicht mehr aus Angabenheften zusammenreimen.

Weil die Fragen an Sachverhalten hängen, bringt es mehr, ganze Fälle durchzuarbeiten als einzelne Fragen. Und weil die Ergänzungseinheiten je nach Lehrveranstaltung anders gesetzt werden, lohnt ein Blick in den Syllabus deiner eigenen LV.

Was wir dazu beitragen: Uni Compass stellt Übungsfragen in genau diesem Prüfungsformat, mit einer Erklärung zu jeder Antwort. Die Fragen sind selbst geschrieben, entlang des öffentlichen Syllabus — wir geben keine Altfragen weiter und veröffentlichen keine Prüfungsfragen.

Sieh, wo du stehst

12 Fragen, kostenlos, ohne Konto.

Woher diese Angaben stammen

Was wir selbst gezählt haben

5 Musterklausuren, 120 Fragen ausgezählt. Diese Angaben nennt der Syllabus nicht — sie stammen aus den Musterklausuren der Lehrveranstaltung.

Angaben mit dem Vermerk „Syllabus“ stehen in der öffentlichen Lehrveranstaltungsbeschreibung der WU; wir verlinken sie. Angaben mit dem Vermerk „selbst gezählt“ haben wir an Musterklausuren ausgezählt — wie viele Fragen das waren, steht dabei. Wir veröffentlichen keine Prüfungsfragen und geben keine weiter.

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